Standort

Die Stockheider Mühle

Die als TUCHWERK bekannte historische Stockheider Mühle in der Aachener Soers ist einer der letzten vollständig erhaltenen Textilstandorte und wurde aufgrund ihrer Bedeutung für die Geschichte der Aachener Tuchindustrie 2006 in die Denkmalliste der Stadt Aachen aufgenommen.

Der im 13. Jahrhundert erstmals erwähnte Standort wurde im Zuge der Frühindustrialisierung ab dem 17. Jahrhundert als Kupfer- und später als Walkmühle genutzt. Ab 1891 betrieb die Firma Rzehak hier eine Färberei und ab 1969 übernahm die Firma Becker den Standort und richtete einen Textilveredelungsbetrieb ein.

Aufgrund erhöhter Umweltauflagen und fehlender Expansionsflächen in der Soers wurde der historisch gewachsene Industriestandort in den 1980er-Jahren aufgegeben und verfiel in einen Dornröschenschlaf. Im Laufe der Jahre gab es viele Ideen unterschiedlicher Investoren für eine Umnutzung und Wiederbelebung der alten Fabrik. Seit 2008 steht das Gelände im Fokus der Vereinsarbeit des Tuchwerk Aachen e. V.

Gemeinnütziges Entwicklungskonzept

Insgesamt soll auf dem ehemaligen Fabrikgelände ein überschaubarer und qualitätsvoller Kulturstandort entstehen, der die reiche Aachener Industriegeschichte bewahrt und in enger Vernetzung mit den Industriemuseen der Region steht, wovon wiederum Aachens Angebote im Bereich des Kulturtourismus an Profil gewinnen.

Dabei ist eine behutsame Steigerung der Quantität bzw. der Qualität der Nutzungen auf dem sanierungsbedürftigen bis teilweise baufälligen Gelände vorgesehen. Gemeinsam mit Mietern und Projektpartnern werden Gebäudeteile erschlossen, saniert und belebt. Das TUCHWERK soll Begegnungsraum für Kunst, Kultur, Wissenschaft und Soziales sein. Die historisch aufgeladenen Gebäude werden von ihren Nutzern aktiviert und geben ihnen gleichzeitig Inspiration für die unterschiedlichsten Projekte.

Inzwischen sind alle derzeit nutzbaren Flächen vermietet und auf dem Gelände hat sich eine gewachsene Gemeinschaft verschiedenster Akteure gebildet.

Bei der baulichen Entwicklung der alten Industriebrache wird ein besonderes Augenmerk auf die harmonische Einbindung des Geländes in die bestehende Kulturlandschaft gelegt. So wird der zukünftige Standort ohne zusätzliche Bauten auskommen und lediglich im Bestand der ehemaligen Fabrik entwickelt werden.

Mit der möglichen Verlegung des Fernwanderwegs „Weißer Weg“ über den ehemaligen Betriebshof soll das Gelände nicht nur für Museumsbesucher, sondern auch für Spaziergänger geöffnet werden.

Luftaufnahme: Martin Jochum, AVIA-Luftbild

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